Bollinger
R.D. 2008
Tiefes Gold mit goldenen Reflexen, belebt von einer äußerst feinen Perlage. Die Nase ist verführerisch und eröffnet mit Marzipan, gefolgt von eingekochten Noten von Aprikose, Honig und Brotkrume, unterstrichen von einer sehr frischen Bergamotte. Am Gaumen zeigt sich eine reiche Perlage: Mirabelle…
DIE CUVÉES DES HAUSES BOLLINGERDas Urteil der Experten
Die Struktur dieses Champagners
DIE VERKOSTUNG
Tiefes Gold mit goldenen Reflexen, belebt von einer äußerst feinen Perlage. Die Nase ist verführerisch und eröffnet mit Marzipan, gefolgt von eingekochten Noten von Aprikose, Honig und Brotkrume, unterstrichen von einer sehr frischen Bergamotte. Am Gaumen zeigt sich eine reiche Perlage: Mirabelle und Weinbergpfirsich treten hervor, bevor die Zitrusfrüchte die Spannung neu beleben. Das salzige, anhaltende Finale endet mit einer großzügigen, fast knackigen Haselnuss. Vierzehn Jahre auf der Hefe, und dennoch diese unversehrte Frische — das ist die ganze Handschrift des jüngst erfolgten Degorgierens.
Die Zusammensetzung

Terroirs
Eine Assemblage aus 71 % Pinot Noir und 29 % Chardonnay, gewonnen aus 18 Grand-Cru- und Premier-Cru-Lagen: Aÿ und Verzenay für den Pinot Noir, Le Mesnil-sur-Oger und Cramant für den Chardonnay. Die Gärung erfolgt vollständig in Eichenfässern, ganz im Sinne der Handschrift des Hauses. Anschließend reift der Wein vierzehn Jahre auf seiner Hefe in den Kellern von Aÿ, bevor Rütteln und Degorgieren von Hand erfolgen. Mit nur 3 g/L dosiert — Extra Brut — wird er nur wenige Monate nach dem Degorgieren in den Handel gebracht: Das ist das ganze Prinzip des R.D. Bei 12 °C servieren, um die Entwicklung der Aromen im Glas zu verfolgen.
Über dieses Haus
Bollinger wurde 1829 in Aÿ gegründet und ist eines der wenigen großen Champagnerhäuser, das noch immer von Mitgliedern der Gründerfamilie geleitet wird. Sein Stil, der konsequent auf Pinot Noir und den Ausbau im Fass setzt, verleiht ihm eine im Champagner-Universum sofort erkennbare Eigenständigkeit. Das Haus bewahrt äußerst seltene handwerkliche Methoden: Gärung in kleinen, alten Eichenfässern, Rütteln und Degorgieren von Hand, Verschluss mit Naturkork während der Reifung auf der Hefe.
R.D. steht für „Récemment Dégorgé“ (kürzlich degorgiert) und ist eine eingetragene Marke des Hauses. Die Idee stammt von Madame Lily Bollinger: 1967 beschloss sie, entgegen den Gepflogenheiten der damaligen Zeit, einen alten Jahrgang — den 1952er — gerade erst degorgiert und als Extra Brut dosiert, zu vermarkten. Das späte Degorgieren bewahrt dem Wein eine Frische, die lange Kellerjahre nicht mindern, und jeder R.D. wird nur in den Jahrgängen produziert, die dies verdienen. Der 2008er, ein Jahrgang mit einer in der Champagne seltenen Säure, ist einer seiner gelungensten Ausdrücke: Parker vergibt 98/100, James Suckling 99/100, Wine Spectator und Decanter 97/100.
Die perfekte Harmonie
Vorspeise
Das salzige Finale des R.D. und die Lebendigkeit, die ihm sein jüngstes Degorgieren verleiht, treffen auf die jodige Note der Austern, ohne sie je zu überdecken.
Hauptgericht
Die Kombination mit der Handschrift des Hauses: Die Haselnuss, die das Finale des Weins verlängert, findet sich in der kurz angebratenen, nur leicht gebräunten Jakobsmuschel wieder.
Käse
Ein alter Gruyère oder ein gereifter Schafskäse ergänzen die Noten von Brotkrume und Mandel, die aus den vierzehn Jahren auf der Hefe entstehen.
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