Champagner HVE, Bio AB oder Biodynamie wählen?
Das Wichtigste
In der Champagne bezeichnen HVE (Haute Valeur Environnementale), biologische Landwirtschaft AB und Biodynamie drei zunehmende Stufen des Umweltengagements. Mehr als die Hälfte der Champagner Rebflächen steht unter Umweltzertifizierung. Die Biodynamie, die seltenste, weist laut einer Studie von 2021 die beste ökologische Bodenqualität auf.
- Was ist der Unterschied zwischen einem HVE-Champagner und einem Bio-AB-Champagner?
- Die HVE-Zertifizierung betrifft den gesamten landwirtschaftlichen Betrieb und umfasst 3 Stufen; nur Stufe 3 erlaubt die Bezeichnung „Haute Valeur Environnementale“. Die Bio-AB-Zertifizierung betrifft das Endprodukt – Traube oder Champagner – und verbietet GVO sowie jegliches chemisch-synthetisches Produkt.
- Ist biodynamischer Champagner wirklich von besserer Qualität?
- Eine 2021 in Environmental Chemistry Letters veröffentlichte Studie kommt zu dem Schluss, dass die Biodynamie die beste ökologische Bodenqualität aufweist, vor dem Bioanbau und dann dem nachhaltigen Anbau. Eine Analyse von 130.000 zwischen 1995 und 2015 in drei großen Weinführern bewerteten Weinen bestätigt, dass biodynamische Weine besser bewertet werden als konventionelle Weine.
HVE, Bio AB oder Biodynamie: Hinter diesen Champagner-Labels verbergen sich sehr unterschiedliche Anforderungen. Wer ihre Stufen versteht, wählt besser.

Die Champagne ist die erste Weinbauregion, die einen Kohlenstoffplan eingeführt hat. Dies zeigt das Engagement der Akteure für den Erhalt der Ressourcen.
Bis heute verfügt mehr als die Hälfte des Weinbaugebiets der Champagne über eine Umweltzertifizierung.
Nachhaltiger Weinbau
Der nachhaltige Weinbau, auch kontrollierter Weinbau genannt, hat zum Ziel, den Fortbestand des Weinbergs durch den Schutz der Umwelt zu sichern.
Der Schutz der natürlichen Ressourcen steht im Mittelpunkt dieses Ansatzes. Ein aktives biologisches Leben im Boden ermöglicht es dem Rebstock, sich auf natürliche Weise zu schützen und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu begrenzen. Der Betrieb profitiert von einer regelmäßigen und hochwertigen Produktion.
Mit dem Label Viticulture Durable in der Champagne hat sich die Region bereits 2001 mit einem Referenzsystem ausgestattet, das an die Eigenschaften des Terroirs der Champagne angepasst ist. Diese Zertifizierung deckt mehr als ein Drittel des Weinbergs ab.
Es gibt außerdem ein weiteres Label: Terra Vitis, das dem gesamten französischen Weinbau offensteht. Es betrifft rund fünfzig Betriebe der Côte des Bar.
HVE
Die Zertifizierung H.V.E. Haute Valeur Environnementale wird von den staatlichen Behörden geregelt. Sie betrifft den gesamten Betrieb, der sie erhält.
Sie wurde 2011 eingeführt und ist ein umfassender Ansatz zum Schutz der Umwelt. Sie regelt den Einsatz von Pestiziden im Weinberg, die Häufigkeit der Behandlungen sowie die Begrünung zwischen den Rebzeilen.
Sie gliedert sich in 3 Stufen:
• Stufe 1: die Einhaltung der Umweltvorschriften. Dies ist eine unverzichtbare Voraussetzung für den Zugang zu den weiteren Stufen.
• Stufe 2: die Einhaltung eines Referenzsystems bewährter Umweltpraktiken, das sich aus 4 Themenbereichen zusammensetzt (Biodiversität, Düngung, Pflanzenschutz, Wassermanagement). Es handelt sich um eine Mittelverpflichtung. Diese Stufe ist nicht verpflichtend, um Stufe 3 zu erreichen.
• Stufe 3: Nur sie ermöglicht den Erhalt der Bezeichnung „Haute Valeur Environnementale“. Sie beinhaltet Ergebnisverpflichtungen in den 4 Themenbereichen. Die Umweltleistung des Betriebs wird dann anhand präziser Ergebnisindikatoren wie der Behandlungshäufigkeit bewertet.
Die Ansätze Viticulture Durable in der Champagne und Terra Vitis werden als gleichwertig zu Stufe 2 anerkannt.
BIO AB
Die bio-Zertifizierung ist ein Label, das sich auf das Endprodukt (Traube, Champagner) bezieht und nicht auf den Betrieb.
Die biologische Produktionsweise beruht auf der Achtung natürlicher Systeme und Kreisläufe sowie dem Erhalt und der Verbesserung der Gesundheit von Boden, Wasser, Pflanzen und Tieren. Sie zielt darauf ab, die Biodiversität und das Tierwohl zu steigern.
Sie besteht im Wesentlichen aus einer Mittelverpflichtung mit:
• dem Verbot der Verwendung von GVO (Gentechnisch veränderte Organismen) und synthetischen Chemikalien,
• dem Verbot der chemischen Unkrautbekämpfung,
• der Verwendung bestimmter zugelassener Betriebsmittel (Pflanzenschutzmittel, Düngemittel, önologische Produkte usw.).
Champagne De Sousa
BIODYNAMIE
Der biodynamische Weinbau beruht auf einem ganzheitlichen Ansatz. Besonderer Wert wird auf die Biodiversität, den Einfluss von Mond und Planeten sowie die Verwendung natürlicher Präparate auf den Böden gelegt.
Der Weinberg wird dabei als lebender Organismus verstanden, in dem der Winzer durch seine Beobachtungs-, Verständnis- und Handlungsfähigkeit im Zusammenspiel mit den ihn umgebenden Lebewesen eine zentrale Rolle spielt.
Die Biodynamie wird in ihrer Anwendung noch selten praktiziert: Bis heute tragen etwa zehn Winzer der Champagne das Label Biodyvin, kaum mehr als für die Zertifizierung Demeter.
Die Böden in der Biodynamie
Die Fachzeitschrift Environnemental Chemistry Letters veröffentlichte 2021 eine Studie von Forschern des Institut National de Recherche sur l'Agriculture. Sie befasst sich mit der Bodenbiologie. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Biodynamie die beste ökologische Bodenqualität aufweist, gefolgt von der biologischen Landwirtschaft, dann der nachhaltigen Landwirtschaft und schließlich der konventionellen Landwirtschaft.
Zertifizierung
Mehr als die Hälfte des Weinbergs steht unter Umweltzertifizierung. Ziel ist es, bis
2030 100 % der Betriebe zu erreichen.
Auch wenn die Qualität des Champagners von einer globalen Dimension abhängt, die vom Terroir bis zur Beherrschung der verschiedenen Herstellungsstadien reicht, können die durch einen Umweltansatz bedingten Faktoren ebenfalls Wirkung zeigen.
Die Ökolabel
Die Auswirkung von Ökolabels wurde von zwei Ökonomen anhand von 130.000 Weinen untersucht.
Biologisch und biodynamisch zertifizierte Weine werden gemäß den zwischen 1995 und 2015 in drei großen Fachweinführern erfassten Bewertungen besser eingestuft als konventionelle oder kontrolliert angebaute Weine.



